Die britische Songwriterin Lande Hekt überzeugt mit ihrem neuen Album „Lucky Now“, das von glockenhellen Gitarren und der klaren Stimme der Sängerin getragen wird. Die Songs haben Ohrwurm-Potenzial und kaum ist man am Ende angelangt, klickt man sich erneut durch (früher war das die in Reviews oft beschworene Replay-Taste). Das Album ist ein sehr persönliches Werk und verhandelt Themen wie queere Identität, Politik und Hoffnung. Der in der Presseinfo erwähnte Querverweis auf The Sundays stimmt absolut, Hekt sagt selbst über ihr gelungenes Album: „Ich habe versucht, weniger darüber nachzudenken, wie die Dinge ankommen, und einfach Lieder zu schreiben, die mir das Gefühl geben, mit mir selbst und meinen Werten verbunden zu sein.“ Ein schöner Gedanke zum Album des Monats.
Ab 31.1.2026 ist das norwegische Folk-Americana-Duo Darling West auf Tour durch Europa und macht am 15. Februar in Wien Station – und zwar im Haus der Musik, hingehen:
Ganz in der Nähe vom Haus der Musik: Das Filmarchiv zeigt im Metro-Kino aktuell eine Musik-Retrospektive: Es laufen Filme, in denen der vor zehn Jahren verstorbene David Bowie mitspielt. Etwa „Labyrinth“ (am 1.2.2026), dessen Plot an den „Zauberer von Oz“ erinnert.
Das Debüt-Album von Nana Falkner versammelt persönliche Songs, die zuweilen wie Tagebuch-Einträge bzw. wie Skizzen daher kommen. Thematisch zuweilen brisant: Patriachat, Frauenrechte. Live am 7.2.2026 in der Sargfabrik:
Zum 27. Mal: das einst von Friedl Preisl begründete Internationale Akkordeonfestival (21.02. bis 15.03.2026). Neben heimischen Stars – von Alma, Attwenger und Dobrek bis Otto Lechner – sind natürlich wieder internationale Gäste zu erwarten, aus Brasilien und Finnland genauso wie aus Frankreich und Rumänien. Das Akkordeonfestival ist heuer auch in Niederösterreich, der Steiermark, Oberösterreich und Kärnten zu Gast – bald auch in Ihrer Stadt! (jpl)
Nana Falkner: „Selbstgespräche“ (8/10)
Lande Hekt: „Lucky Now“ (9/10)
Live:
31.01.2026: Naked Lunch, Salzburg, ARGEkultur
31.01.2026: Herald K, Cafe Korb, 19:30h
31.01.2026: The Old Fellows, Mickey Finns Irish Pub, Ungarg. 67, 1030 Wien
06.02.2026: Christian Masser, support: The Wichita, Kulturcafe Henriette, Staudingergasse 10, 1200 Wien, 19:30h
07.02.2026: Nana Falkner, Album-Präsentation, Sargfabrik, Goldschlagstraße 169, 1130 Wien, 19:30h
09.02.2026: Max Nagl, Porgy & Bess, Riemergasse 11, 1010 Wien, 20:30h
15.02.2026: Darling West, Haus der Musik, 19:30h
14.02.2026: Béla Fleck, Edmar Castañeda & Antonio Sánchez Trio, Festspielhaus, Kulturbezirk 2, 3100 St. Pölten, (Foto: Shervin Lainez), 19:30h
18.02.2026: Son Of The Velvet Rat, München, Bürgerhaus Glockenbachwerkstatt
20.02.2026: Thomas Andreas Beck, Lyrik-Performance, Weikersdorf, Erstes Weikersdorfer Wohnraumtheater, Blätterstraße 63, 2722 Weikersdorf, 19:30h, http://www.thomasandreasbeck.at
21.02. - 15.03.2026: Internationale Akkordeonfestival, http://www.akkordeonfestival.at
Neulich am Badeschiff in Wien! Listening-Session mit „Dark Matters“, dem neuen Album von Pearl Jam. Das dunkle Badeschiff war die passende Umgebung für das gespannte Warten – und dann, am 18. April 2024 um 23:00, eine Stunde vor dem weltweiten Release, geht es endlich los: into the face mit dem ersten Song „Scared Of Fear“, der mit einem langgezogenen dunklen Akkord beginnt und sich sogleich als Ohrwurm entpuppt; und in den nächsten Tagen im Kopf herumspuken wird. Das gilt auch für einen Song wie „Something Special“, der auf der ruhigen Pop-Rock-Seite angesiedelt ist. Ansonsten landet das Album in bester Grunge-Manier beständig Schläge in der Magengrube – und das ist gut so. Nach 34 Jahren haben Vedder & Co nicht an punch verloren und setzen einen Wirkungstreffer nach dem anderen; die geneigten ZuhörerInnen sind dankbar dafür. Tolles Album, das es für Fans in verschiedenen Vinyl-Versionen gibt! (jm)
Ein schönes Album zur Zeit hat Fuzzman mit „Willkommen im Nichts“ am Start: denn bei allen Anklängen in Richtung Schlager werden hier textlich nachdenkliche, kritische Zwischentöne geboten. Am letzten Album war ein Lied Fuzzmans Mutter gewidmet, dieses Mal wendet er sich mit „Komm wir drehn noch eine Runde“ den eigenen Kindern zu – ein Song mit Ohrwurm-Qualität. Das Eröffnungsstück "Nur Krieg für dich" befasst sich mit Narzissmus und als Statement rundet ein Cover von Napalm Deaths 1,3-Sekunden-Song "You Suffer" das Gesamtbild ab. Vielleicht beginnt so ein Alterswerk - mit Würde. All das sind nur Umschreibungen für: Album des Monats. Großartig!
Ein Werk, mit dem nicht zu rechnen war, das aber absolut Sinn macht: unsere alte Lieblingsband New Model Army – besteht seit mehr als 40 Jahren und das großartige Konzert im WUK bleibt unvergessen – hat sich für das Album „Sinfonia“ mit dem Sinfonia Leipzig Orchester zusammen getan. „Vagabonds“ und andere Songs entwickeln auch in der Orchester-Version die gewohnte Wucht. Rockband und Orchester ergänzen einander kongenial. Aber auch ruhige Momente gibt es, etwa „Winter“, bei dem das Orchester zunächst viel Raum bekommt, ehe zwischendurch die Band kraftvoll einsteigt:
Und weil „Angelina“ von Tony Furtado ein All-Time-Favourite-Song von uns ist, verweisen wir gerne auf das tolle Bluegrass-Album von Tony aus dem Jahr 2021, das den Titel „Decembering“ trägt und das umfangreiche Ouvre des Mannes aus Portland, Oregon: einfach alles anhören! Link: Discographie Tony Furtado.
Hier „Angelina“, der Song befindet sich natürlich auch in unserer kuratierten Spotify-Playlist!
Eine neue Single gibt es von The Gaslight Anthem, passend zur Jahreszeit heißt der Song „Autumn“. Der Vorbote zum sechsten Studioalbum „History Books“, das Ende Oktober erscheint:
Auf die aktuelle Single „Disgust for the poor“ folgt bald ein neues Alben von Christian Kjellvander – und auch eines von Monta (endlich!), über beide werden wir hier berichten.
Ab 13. Oktober 2023 ist Christopher Worth mit der schönen EP "Sliver" auf Europa-Tour, hauptsächlich in Deutschland (13.10. Osnabrück | Lagerhalle, 14.10. Saarbrücken | Terminus, 16.10. Dresden | Mora Bar, 17.10. München | Glockenbachwerkstatt, 18.10. Stuttgart | Galao, 20.10. Viechtach | Bahnhof, 22.10. Freiburg | Klimperstube, 25.10. Zürich | HelloStudio, 26.10. St.Gallen | Hug's Kurzeck), aber auch in Graz (29.10.) und Klagenfurt (28.10.) ist er Ende Oktober live zu sehen. Dieser Song wird sicher auch zu hören sein:
Ein seit längerem angedachtes Projekt wird mit dieser Veröffentlichung realisiert: Iris T. hat gemeinsam mit dem Multi-Instrumentalisten Hans Zinkl und weiteren Mitmusikern Franz Schuberts „Winterreise“ in ein jazziges Gewand gegossen; dabei gibt es auch mal einen Ausflug in Richtung Reggae. Die Live-Umsetzung kann man am 19. November 2023 um 14h im Porgy genießen – exakt 195 Jahre davor (am 19.11.1828) ist Schubert in Wien verstorben.
Von 4. bis 19. November 2023 findet in Wien das Klezmore Festival statt, die erste Ausgabe dieses Festivals gab es im Jahr 2004. Seitdem ging es beim Klezmore Festival stets um den Spagat zwischen Traditionspflege und Innovation. Wie bei anderen Festivals von Friedl Preisl gibt es auch in diesem Rahmen eine Stummfilm-Schiene mit Live-Musik, am 12. November ist etwa „Die Stadt ohne Juden“ im Filmhaus Kino Spittelberg zu sehen, es spielen Stefan Foidl (Piano) und Viola Falb (Saxophon). Ethel Merhaut, Amsterdam Klezmer Band und Styrian Klezmore Orchestra sind u.a. im Rahmen des heurigen Festivals zu sehen. Hingehen!
(jm)
Fuzzman: „Willkommen im Nichts“ (9/10)
Iris T. & Hans Z. Quintett: „Winterreise" (8/10)
New Model Army: „Sinfonia“ (8/10)
Christopher Worth: „Sliver“ (8/10)
Fr 06.10.2023: Flor de Toloache, Sargfabrik Wien, Goldschlagstr. 169, 1140 Wien, 19:30h
Di 10.10.2023: Resi Reiner, Konzerthaus, Wien
So 15.10.2023: Hania Rani, Konzerthaus, Wien
Do 19.10.2023: Alex Miksch, Sargfabrik Wien, Goldschlagstr. 169, 1140 Wien, 19:30h
Mi 25.10.2023: Katie Kern, Rosensteingasse 39, 1170 Wien. 25. Oktober ab 18:00 Uhr. 10,50 €, im Rahmen von Big Brother Awards
Mi 25.10.2023: Herald K: @ Cafe Korb, Brandstätte 9, 1010 Wien, 19h
Do 26.10.2023: Nino aus Wien, Theater am Spittelberg, 1070 Wien
Sa 28.10.2023: Christopher Worth, Klagenfurt, Lendhafen
So 29.10.2023: Christopher Worth, Graz, Music House
Sa 04.11.-So 19.11.2023: 20. KlezMORE Festival Vienna: Programm
Do 09.11.2023: Mikk, cafe7stern, 7stern, Siebensterngasse, 1070 Wien, 20h
Do 09.11.2023: Christian Masser & Friends, Die Brücke, Graz, 20h
Do 09.11.2023: Georg Danzer Tribute, Kulturcafe Henriette, Staudingergasse 10, 1200 Wien, u.a. mit Grüß Gott, Frau Kompott, 20h
Mo 13.11.2023: The Ukulele Orchestra of Great Britain, 19:30 Uhr, Großer Saal, Konzerthaus, Wien
Fr 24.11.2023: Central Garden, DJ Rob71, DJ Kerido, "die beste musik der welt" - Treppelweg am Donaukanal, Höhe Untere Donaustraße 41, 1020 Wien, 21h, www.centralgarden.at
Di 28.11.2023: Lesung: Ibo Steyer, Musik: The Wichita, Bezirksmuseum 1030, Sechskrügelgasse 11, 18h
Ab Fr 01.12.2023: Musikalischer Adventkalender, Info
Sa 02.12.2023: Soveles, 1020 Wien, Theater Hamakom, Nestroyplatz 1, 19:30h, Musikalischer Adventkalender, Info
Mo 04.12.2023: Julia Seidl, Ehrbar-Saal, Mühlgasse 30, 1040 Wien, 19:30h, Musikalischer Adventkalender, Info
Di 05.12.2023: Anna Mabo, Konzerthaus, 19:30h, Mozartsaal - Karten
Fr 08.12.2023: Krooked Tooth and The Rocksteady Conspiracy @ Arena-Beisl Erdberg, Baumgasse 72, 1030 Wien
Sa 09.12.2023: Bosse, WUK, Währinger Str. 59, 1090 Wien, 20h, WUK
Yana, a singer-songwriter of Brno, Czech Republic, a relative newcomer on the international indie/folk scene, has just recently completed 'Journey Of The Soul', an album project that has to be described as a remarkable achievement, involving a impressive cast of musical collaborators and recording sessions across a number of countries. It's an album of substance, special moods, and intervowen themes and motifs. One that ought to be listened to attentively, in the assigned order of song appearance: The opener 'Reach Out' is delicately arranged, with subtle lead guitar notes, percussion and background vocals all contributing to an atmospheric track, about how, if the inner life turns dark, one shouldn't keep troubles pent up inside. 'Men Of The Sea' beautifully combines accordion and two different whistles, with a kind of medieval sound, underscoring the topic of the lyric about undertaking a pilgriming sea voyage towards Santiago de Compostela, and the dangers it entails.* 'Calm Before The Storm' seems like a perfect follow-up to the preceding track, continuing the sea imagery, but now moving it towards expressing the emotions connected with clinging on to life for a little longer, when knowing the end is nearing. Sparsely arranged, but the medieval feel is retained with the instrumentation here (bodhrán and violin). Another facet of Yana's sea imagery comes to expression in 'My Anchor', a song about the tenderness and meaningfulness of a loving friendship where attraction is also a dimension. Again differently blended, this time adding harp and mandolin to the guitars. Next, 'Time' is a short, sparsely arranged musical rumination on the fragility of the temporal.
At this point it seems like the record has been leading gently towards what comes next, subtly introducing and repeating certain themes and motifs that now all converge in the powerful 'The Traveller', a homage to the life and legacy of late Fergus O'Farrell of Interference, creator of the song 'Gold', made famous on the Glen Hansard/Marketa Irglova film 'Once'. On this song, Yana takes a step back, and only lends her voice to harmony singing. Maurice Culligan, original keyboard player of Interference, fittingly, is tasked as the main instrumental and vocal performer of this beautifully written song that feels like the album centrepiece.
From here on, melancholy vibes persist, yet always with substance and afterthought, in 'Funeral Of Life', and the bilingual Greek chorus-like 'Dark Waters/Aguas Oscuras', but ends on a optimistic note with 'Pick Up The Pieces', a duet and lyric collaboration between Yana and Maurice Culligan about perseverence, which perfectly balances the sombre moods thus far with a bright and forward-looking defiance!
Yana has a way of often subtly evoking something else, something spiritual, something moving on a metaphorical plane. And this is where these songs get woven together thematically. There's voyaging, searching, and strife there, and a quest to overcome, not to succumb to the perils of the natural forces we all encounter on our journeys through life. Instrumental arrangements are interesting, tasteful, never dull. They make each song different, yet without losing continuity across the album. Often sparse, but therein again proving the old adage, 'less is more'! Yana's voice is distinct and expressive. She has her own way of phrasing, ranging from the sung, to the spoken, to the whispered. It often feels very intimate and it it conveys something special on an emotive level. Lend the album 'Journey Of The Soul' an ear, and you'll encounter mystical and spiritual vibrations, often of an Irish colouring. A colouring imbued with the creative and motivating spirit of Yana's late friend Fergus O'Farrell, whose passing moved Yana to embark on her musical journey and this album project. Ferg - have you been listening?
*This voyage was recreated some years ago with a traditionally built Irish boat carrying different groups of people at intermittent stages, but with a tragic outcome, when one of the sailors perished in a storm. A part of this journey featuring a group of folk musicians, including Glen Hansard, was made into a documentary titled 'The Camino Voyage'.
Am 22. Oktober 2022 präsentiert Thomas Andreas Beck sein sechstes Album „Ernst“ im TAG (Wien). Ein Gespräch über die aktuelle Single „Deponie“, das Nicht-Liebevolle, Narzissmus und den Dalai Lama.
Aus dem Album „Ernst“ wird die Nummer „Deponie“ ausgekoppelt, dazu gibt es auch ein Video. Was ist das für ein Song?
„Deponie“ ist wahrscheinlich das erstes Liebeslied an mich selbst. Die Metapher dahinter ist, dass die Welt voll ist mit Sondermüll, mit ungelösten Problemen und dass es wichtig ist, diese Altlasten zu sanieren, zu therapieren. Da geht es als Metapher um in mir deponierte Dinge, die ich gar nicht bin. Der Realitätsbezug ist, dass ich über meine Kindheit geschrieben habe. Meine Kindheit in Wien Favoriten, ein hartes Umfeld – auch mit Schlägertruppen. Daheim wie auf dem Spielplatz. Das Paradies war eine ehemalige Mülldeponie, wo wir alles Mögliche erlebt haben. Das hat meine Naturnähe von Anfang an ausgemacht.
Inwiefern?
Mir war als Kind weder bewusst noch wichtig, dass das eine Deponie ist. Das war für mich ein Freiraum. Ich erzähle in dem Lied sehr zart, warum ich so bin, wie ich bin: manche mögen das als schroff empfinden. In Wahrheit bin ich ein verletztes Pflänzchen, das sich entlang seiner Verletzungen und Narben entwickelt hat. Es ist auch eine Antwort auf die Frage, die mir oft gestellt wird: Tom, warum schreibst du immer so traurige Lieder. Das Lied endet mit den Worten: „Lieder sind niemals traurig, sie kratzen nur am Lack. Erinnern die Lebenden ans Leben und die Toten ans Grab.“ Musik und Lieder sind nicht das Traurige an sich, sondern sie sprechen das Traurige in uns an, damit es entsorgt werden kann. Damit wir frei werden und innen rein. Das führt uns zum Dalai Lama: dass wir frei werden von Dingen, die in uns abgelegt wurden. Erkenne dich selbst und sei es – die Inschrift von Delphi.
Apropos Deponie: in der Gesellschaft, um uns, im Berufsleben, in Beziehungen, ist man doch immer wieder mit nicht-wertschätzenden Haltungen konfrontiert. Oder wird durch Zwänge klein gehalten. Was tut man als gereifter Erwachsener, wenn man mit dem Nicht-Wertschätzenden, dem Nicht-Liebevollen konfrontiert wird?
Erstens stimmt das, wir leben in einer von narzisstischen, meist Männern, von alten weißen narzisstischen Männern geprägten Kultur. Die ist definitiv nicht liebevoll, sondern hat etwas mit Macht, mit Gewinnen und mit dem Unterdrücken zu tun. Mit einem schweren, kranken Egoismus. Das haben wir in der Politik, in der Wirtschaft, leider auch in der Bildung, befürchte ich. In diesen Rahmen werden wir hinein geboren. Es gibt ja nicht nur die kranken Narzissten, die sind halt an den Machtpositionen, weil sie so süchtig danach sind! Das haben wir zu tun: Wie können wir, Menschen wie du, wie ich, wie können wir uns aufbäumen? Wie können wir selbst ein Vorbild sein, so wie ein Dalai Lama ein liebevolles Vorbild sein will und ist. Wie können wir, die wir keine kranken, kaputten, schlägernden Narzissten sind, wie können wir die Welt liebevoll umgestalten?
Gute Frage, wie geht das?
Ich glaube nicht, dass es der Weg der Esoterik ist, auf dem alles sanft und weit ist. Sondern es ist schon auch ein gesunder Zugang zu Macht und Gestaltungsmöglichkeit. Macht heißt ja, dass ich etwas weiter bringen kann. Nur Macht ohne Ethik und Liebe ist gefährlich. Macht mit Liebe und ethisch wertvoll geprägt, ist etwas Wichtiges. Wir haben eine riesige Arbeit vor uns! Fangen wir bei uns selbst an und dann kümmern wir uns um die Kindern. Denn die Alten, wie Trump, sind eh verloren. Was willst du dem noch lernen? Trump oder Putin sind verloren, die sind entmenschlicht, das sind unkontrolliert abfahrende Ego-Raketen in einem Machtrausch. (jm)
Sa 22.10.2022
Albumpräsentation „Ernst“
TAG, Gumpendorfer Straße 67, 1060 Wien
Beginn: 20h www.dastag.at
'Calm Before the Storm' is the title of Czech songwriter Yana's second single, out of her debut album project, recorded in a Dublin studio, involving a number of prominent Irish musicians.
This particular track was created with the help of two Vienna-based musicians, Claudia Heidegger (violin), and Shane Ó Fearghail (bodhrán). It catches your attention from the very first moments, with its soft, brooding, ambient string arrangement, which is then further added to by Yana's subtly expressive vocal. Emotive, and pensive, are perhaps good adjectives to describe the song. It provides us with a sense of what is to come from Yana's more recent session in Dublin, which has provided more fresh recordings for her coming album.
The road to recording these songs has been a remarkable one: During previous visits to Ireland as a music fan, Yana came to know, and became good friends with, Fergus O’Farrell (of Interference fame, and writer of the song 'Gold' in the film 'Once' featuring Glen Hansard). Fergus finally gave up his long struggle with Muscular Dystrophy in 2016, but Yana and many others amongst his friends, have continued to contribute to his legacy. Having witnessed this man's creativity and courage up close, certainly has contributed strongly to Yana's musical motivations. Her most recent return to Ireland happened as a musician in her own right, with a mission to record an album... (photo: Dave Keegan)
Neues Album von Protestant Work Ethic: toll daran ist, dass das Album wie aus einem Guss ist. Die Songs mäandern, wären nicht ab und an 2 Sekunden Pause eingebaut, man würde meinen, einen einzigen großen Song zu hören. Wie bei früheren Album bestechen der Gesang von Mastermind Simon Usaty und die Melodiebögen innerhalb der Songs. Neu ist bei "my idea of fun", dass es auch einige musikalische Ausbrüche mittels E-Gitarren gibt, so wird die meist zurückhaltend-feine Stimmung des Albums auch mal gebrochen - und man bleibt als Zuhörer von Anfang an gebannt vor den Boxen und lässt sich gerne überraschen. Ein Meisterwerk! Andere Wort für: Album des Monats!
Wie bei Protestant Work Ethic ist auch ein neues Album von Christian Kjellvander stets ein Grund zur (Vor-)Freude: und wie nicht anders zu erwarten, spielt Kjellvander seine ganze Klasse aus. Mit seiner betörenden Stimme und den glasklaren E-Gitarren, denen auch einige Ausbrüche gestattet werden, zieht einen das Album sofort in seinen Bann. Kjellvanders tolles Konzert im Chelsea ist noch in bester Erinnerung, hoffentlich ist bald wieder eine Europa-Tour möglich - bis es soweit ist: streamen, kaufen, eintauchen, genießen!
Hier ein neues Video zum neuen Album von Bruce Springsteen, das in diesen Tagen erscheint, wir werden berichten:
Ein ungewöhnliches Konzept haben sich Les Machines Molles für ihr aktuelles Album überlegt: Tiergeräusche werden gesampelt und bilden die Basis für meist Instrumentalstücke, das Instrumentarium reicht von Synthies bis zu Gitarre und Banjo. Gesänge kommen als Tierstimmen daher bzw. aus der Konserve. Durch die Vielgestaltigkeit der Songs halten Les Machines Molles die HörerInnen jedenfalls bei der Stange - gut gemacht.
Den Lockdown haben viele Bands zum Aufnehmen und Mischen genutzt, so erscheinen heuer im Herbst gefühlt mehr Alben als sonst: auch Ernst Tiefenthaler, besser bekannt als Ernesty International, der allerdings eh fast jedes Jahr ein Album herüberschiebt, lässt neue Lieder hören. Zum ersten Mal singt er mit seinem Royal Heart Chamber Orchestra in deutscher Sprache. Musikalisch ist das Album abwechslungsreich, man hat Ernestys Stimme zwar in englischer Sprache im Ohr. doch Ernst hat Klasse und somit ist der Rest Gewöhnungssache.
Unpackbar! Dieses Doppelalbum zeigt, dass man selbst nicht jünger wird - "50 Jahre Austropop"! (sic!) Kurz lässt man die eigene Austropop-Geschichte in einigen Schritten Revue passieren: 1971 das Album "Alles andere zählt net mehr" von Wolfgang Ambros, mit dem Smash-Hit "Da Hofa". In den 70er Jahren noch Singsspiele wie "Der Fäustling" und Ambros/Tauchen/Prokopetz in Höchstform. Lieder die hängen geblieben sind: "Taxi" (DÖF), "Ba-Ba Banküberfall" (EAV), "Motorboot" (KGB), "Fürstenfeld" (STS), auch "Reif für die Insel" (Peter Cornelius), sogar Rainhard Fendrich ("Zwischen 1 und 4"). Daneben kleine, große Songs ("Fritze mit der Spritze" von Boris Bukowski) und einige grandiose Abstürze mit Stil (etwa "Im Gras da liegt a Kinderschuach" von H. Windisch) usw., usf.. Jedenfalls: die beiden Doppel-CDs zu den ersten 50 Jahren liegen nun vor, vielleicht werden die Nebenwerke ("Sex in der Stadt", Ronnie Urini) auch noch kompiliert? Lohnen würde es sich. (jm)
Christian Kjellvander: "About Love And Loving Again" (Tapete, 10/10)
Les Machines Molles: VA: "The fox and other stories" (pumpkin, 8/10)
Protestant Work Ethic: "my idea of fun" (konkord, 10/10)
Ernst Tiefenthaler: "Luna Park" (EMG, 8/10)
VA: "50 Jahren Austropop" (Universal, 10/10)
VA: "50 Jahren Austropop" (Sony, 10/10)
Live:
30.10.2020: Douglas Linton & The Plan Bs, CD-Präsentation "Gloryland", Sargfabrik, Wien, 19:30h
04.11.2020: Magdalena Piatti, Theater Ole, 1030 Wien, 19:30h
04.11.2020: Lesung & Buchpräsentation: Wolfgang Kiechl: Der süße Sturm (CHANGEOVER), WUK, Projektraum, Währinger Str. 59, 1090 Wien, 19h
06.11.2020: littledogtown presents: frauen:musik: Arena Bar, Margaretenstr. 117, 1050 Wien, 19:30h
Der norwegische Singer-Songwriter Einar Flaa hat beim norwegischen Label Grappa ein schönes Album am Start: der Titel „Worry Chord“ kommt euphemistisch daher, denn Sorgen um seine Songs muss sich Flaa auf keinen Fall machen – die Songs im Downtempo-Bereich gelingen und lassen einen trotz durchscheinender Melancholie mit einem Grinsen zurück. In den besten Momenten denkt man gar an Neil Young – mithin eine der besten Referenzen; gut gemacht.
Die Songs der Dixie Chicks bestechen meist dadurch: sie kommen scheinbar einfach daher, sind aber raffiniert genug, um im Gedächtnis zu bleiben. Die Stimmen der Damen harmonieren wie immer prächtig, die Arrangements gelingen wunderbar und zwischen guten Americana-Songs, bei denen auch Bluegrass-Elemente nicht zu kurz kommen, ragen Stücke wie „I hope it’s something good“ und "Everbody loves you" heraus. Was jetzt kommt, war leicht zu erraten: Album des Monats!
Der virtuose Diknu Schneeberger hat eine CD beim Label City Park veröffentlicht, die uns daran erinnern könnte, was uns zurzeit fehlt – das großartige Live-Erlebnis von Konzerten, das durch Video-Streaming eben nicht ersetzt werden kann.
An diesem Punkt setzt auch der Dichter und Musiker Alfred Goubran an, der unter dem Pseudonym Nabil ein Album live aus dem Wiener Jazzland vorlegt. Kongenial eingespielt mit dem Gitarristen Primus Sitter. Im Jazzland ist Nabil demnächst, am 21. September 2020 wieder live zu erleben.
Ein wichtiges Album hat das Duo Laut Fragen veröffentlicht: Es versammelt Texte aus dem Widerstand und erscheint in einer Zeit, in der politische Wachsamkeit jedenfalls gefragt aus - angesichts von Fake News und Bubbles in den sozialen Medien, in denen jeder alles - auch den größten Blödsinn - sagen darf. Die widerständigen Texte setzen Laut Fragen zwischen Elektro und Punk um. Ungewöhnlich: zuhören!
Und hier noch mehr Musik aus Österreich, das ist Ela Rynx:
(jm)
Dixie Chicks: „Gaslighter“ (10/10)
Einar Flaa: „Worry Chord“ (8/10)
Laut Fragen: „Facetten des Widerstands“ (7/10)
Nabil: "M'zungu Blues" (8/10)
Diknu Schneeberger: „Live From Porgy & Bess" (7/10)
Live:
21.09.2020: Jazzland (Wien): Nabil
21.09.2020: "So long, Leonard" - Leonard Cohen Tribute, TAG, Gumpendorferstr. 67, 1060 Wien, 20h
23.09.2020: Erstes Wiener Heimorgelorchester, Graz, Literaturhaus, 19h
02.10.2020: frauen:musik, Arena Bar, Margaretenstr. 117, 1050 Wien, 19:30h
02.10.2020: CD-Präsentation, "20 Jahre Wien im Rosenstolz", Theater am Spittelberg, 20h
16.10.2020: kik (Ried): Nabil
25.10.2020: ChoCho San (Klagenfurt): Nabil
30.10.2020: Douglas Linton & the Plan Bs, Sargfabrik, Wien, Album-Release-Konzert, 19:30h
04.11.2020: Magdalena Piatti, 20h, Theater Olé, Barmherzigengasse 18, 1030 Wien
13.11.2020: Martin Klein, Thalgau / Kulturkraftwerk, 14.11.20 Breitenwang / Kulturforum
Sergio Mendes legt mit "In the key of joy" ein Gute-Laune-Album vor, dass gerade in Krisenzeiten HörerInnen ansprechen könnte: Mendes liefert eine pumpende, tanzbare hochenergetische Latino-Mischung, die in die Beine fährt und eine Reise durch Lateinamerika ein wenig ersetzen könnte.
Jetzt zu etwas ganz Anderem, würden Monty Pythons sagen: der geradelinige Deutsch-Pop-Song "Ein Wort" von Emma Mo, als Vorgeschmack auf ein im Herbst erscheinendes Album:
Live-EP: Urban Desert Cabaret
Neues aus der kalifornischen Wüste: Urban Desert Cabaret, das Musikprojekt von Joe "City" Garcia ruft sich hier mittels einer 5-Song-EP wieder in Erinnerung. Das Ungewöhnliche: es ist eine Live-Aufnahme. Daher ist auch die Interaktion mit dem Publikum zu vernehmen. Die Lieder im Desert-Country-Folk-Stil bestechen - wie immer bei Urban Desert Cabaret - durch gediegenes Songwriting, zu zwei Liedern ("Beware the Ember", "Vienna Vampire Waltz") hat sich Garcia einst auf Tour in Wien inspirieren lassen. Der tolle neue Song "In the hour" sticht heraus. Wie Joe war sein Mitmusiker Gar Robertson dank Vermittlung von Son Of The Velvet Rat auch schon mal in Österreich auf Tour - wenn Garcia es wieder aus dem Trumpland heraus schafft, werden wir darüber informieren. Umgekehrt: wenn Sie mal nach Joshua Tree kommen, gehen sie ins Furstwurld, trinken Sie einen über den Durst und hören Sie Joe Garcia zu - und seinem jubelndem Publikum! Album des Monats!
Ein Tipp für Quarantäne-Zeiten: das Buch "Kendama!" von Lukas J. Beck berichtet über das japanische Geschicklichkeitsspiel Kendama und bildet rund 40 Tricks ab. Außerdem erzählt das Buch die Geschichte hinter Kendama, die in Frankreich beginnt. Auch in Lateinamerika und bei den Inuit gab und gibt es ähnliche Geräte. Wer sich über Kendama informieren will, geht auf die von Beck initiierte Website: www.kendama-austria.at
Ende Mai erscheint "Gloryland", das Debüt-Album von Douglas Linton & the Plan Bs, hier ist das Video zur aktuellen Single:
Und: nach Nobelpreisträger Dylan haben endlich (!) auch die Rolling Stones einen neuen Song veröffentlicht, das Video ist durch Corona geprägt. Gefilmt wurde in leeren Städten rund um die Welt, von London und New York City bis Osaka und Oslo. In einem Kommentar dazu schreibt jemand, Zitat: "Keith Richards: Covid 19? I smoked that in the seventies." *lol*
Ein neues Projekt von Thomas Andreas Beck heißt "kosteeswaseswolle", dazu gibt es diese Website: kosteeswaseswolle.at
(jm)
Lukas J. Beck: "Kendama!" (9/10)
Sergio Mendes legt mit "In the key of joy" (8/10)
Urban Desert Cabaret: "Live @ FURSTWURLD" (9/10)
Live:
Leonard Cohen Tribute (tbc)
30.10.2020: Douglas Linton & the Plan Bs, Sargfabrik, Wien
Auf „Tribal Instincts“ zeigen The Base aus Graz wieder ihr großartiges Können: nach dem letzten Album, das ein wenig Disco-Anklänge hatte, regiert bei den neuen Songs das klassische Rockfeeling. Mehr als gute Riffs und die einprägsame Stimme von Sänger Norbert sind nicht nötig, um vollauf zu überzeugen. Manche der Songs brettern dahin, andere machen den Fuß mitwippen oder verweisen in Richtung Rockballade. The Base haben seit Jahren ihre eigene musikalische Sprache gefunden und feilen konsequent daran. Live ist diese Wucht und Pracht am 13.2. im Chelsea zu bewundern. Hingehen, es wird das Album des Monats präsentiert!
Ds neue Video von dog & schwoaz, live: 20.2. Verein 08:
Ebenfalls aus der Steiermark stammt der Gitarrist Hermann Posch, seine Baustelle heißt aber Blues. Für sein aktuelles Album „So many roads“ hat er mit dem US-Blueser Zach Prather einen kongenialen Musikpartner gefunden, und so gibt man eigene Songs, stets der Tradition eingedenk. Wissend, dass sich Traditionen auch weiter entwickeln können, ja müssen. Gut gemacht, demnächst live auch in Ihrer Nähe.
Die Rewolfinger haben mit „Family Noir“ ein neues Album am Start: seit mehr als 15 Jahren pumpt die Band ihre Version von Americana in die Welt, auf dem neuen Album experimenteller als je zuvor. Das tut dem Spaß aber keinen Abbruch, ein paar traditionals verwurstet man ebenfalls und sogar eine singende Säge ist dabei. Die habe er sehr günstig am Flohmarkt gefunden, sagt Gitarrist und Akkordeonist Herbert Zgubic. Starkes Album!
Den Steiermark-Schwerpunkt in diesem Monat komplettiert die Sängerin und Pianistin Babsea, die zum Teil in Wien und zum Teil in Edelschrott wohnt. Bei einem Auftritt in der Arena Bar (Reihe → frauen:musik) hat sie mit toller Stimme und einfühlsamer Pianobearbeitung Lieder aus ihrer EP „All in one“ vorgetragen und das Publikum sofort für sich eingenommen – ein Talent, das man im Auge behalten sollte. Demnächst live im Le Meridien in Wien.
Wie The Base beginnt auch der Gitarrist Andreas Arnold sein Album „Odisea“ mit Vogelgezwitscher. Arnold hat acht der neun Stücke komponiert und arrangiert, unterstützt von Bass, Percussion und auch mal Gesang bewegen sich die Stücke zwischen Jazz und Weltmusik und tragen so schöne Namen wie „Tangos Arabe“, „Solea X H20“ oder „Alas al alma“. Ein Album für verträumte Spätwinter-Nachmittage am Ofen.
Hier noch ein Video von HHanoi, live am 20.2. im 7stern (Wien):
Und ein neues Video von Bobby Conn, über das demnächst erscheinende Album werden wir berichten:
Endlich: Ende Februar (22.2.-22.3.2020) beginnt alljährlich das Akkordeonfestival in Wien, das Programm ist wie immer hochkarätig, auch heimische Größen wie Klaus Paier, Dobrek und natürlich Otto Lechner bekommen hier ihre Bühne. Eröffnung am 22. Februar mit Arnotto Extended im Loreley Saal. (jpl)
Andreas Arnold: „Odisea“ (7/10)
Babsea: „All in one“ (7/10)
The Base: „Tribal Instincts“ (10/10)
Hermann Posch & Zach Prather: „So many roads“ (8/10)
Rewolfinger: „Family Noir“ (8/10)
Live:
Do 13.2.2020: The Base, Chelsea, Gürtelbogen 38, 1080 Wien, 20:30h
Do 13.2.2020: Berlin / Zimmer 16: Martin Klein
Sa 15.2.2020: Little Stage/Ramperstorffergasse 66, 1050 Wien, 20h: Harlequins Glance
So 16.2.2020: Babsea, Le Meridien, Wien, 17h
Do 20.2.2020: Herald K, dog & schwoaz, Verein 08, Piaristengasse, 1080 Wien, 20h
Do 20.2.2020: Hhanoi, 7Stern, 1070 Wien, 20h
Sa 22.2. - 22.3.2020: Akkordeonfestival, Wien, verschiedene Spielstätten, Programm siehe: www.akkordeonfestival.at
Di 3.3.2020: Buchpräsentation: Thomas Andreas Beck: „Texte die was keine Lieder geworden sind“, phil, Gumpendorfer Str. 10-12, 1060 Wien, 20h, www.thomasandreasbeck.at
Fr 6.3.2020: frauen:musik, Arena Bar, Margaretenstr. 117, 1050 Wien, 19:30h
Do 5.3.2020: Georg Bauerfeind, 19:30h, Theater am Alsergrund, Theater am Alsergrund
Fr 20.3.2020: Lesung & Buchpräsentation Thomas Andreas Beck: Wohnzimmer, Neusiedlerstraße 1, 7000 Eisenstadt, 19h
Do: 26.3.2020: Wien / Chelsea: Martin Klein
Das passiert selten: plötzlich fällt einem ein Album in die Hände, das schlicht herausragend ist. Ciara Sidine legt mit "Unbroken Line" einen Hybrid aus Folk und Country-Music vor (Americana), eine tolle Stimme hat die Sängerin aus Dublin sowieso. Erinnert wegen der raffiniert gemachten Texte, die wohl solche Assoziationen evozieren wollen, an Townes van Zandt oder Johnny Cash. Die sprachlichen Bilder sind eher auf der dunklen Seite des Lebens angesiedelt: "trouble come and find me/ trouble walk me home" etc., aber so schön wie die Orgel dazu weint, hat das viel Tröstliches. Im Schlussstück geht es um einen Vogel, der seine Flügel spreizen soll, um nach Hause zu fliegen. Insgesamt irgendwo zwischen Penelope Houston und Ani DiFranco. Ja, ein Album als Wegbegleiter durch alle Lebenslagen und somit eindeutig: Album des Monats!
Ganz anders gehen es Michaela Rabitsch & Robert Pawlik an: die beiden legen mit "Gimme the groove" ein Jazz-Album mit Weltmusik-Anklängen vor. Das drücken schon die Titel aus: "African Song", "Kashmir" oder "Roboraga" - und tanzbar ist das auch zuweilen, siehe: groove. Das sechste Album der beiden feiert zugleich die ersten 20 Duo-Jahre, wir gratulieren!
Gumpoldskirchner Weinsommer
Zum 3. Mal findet heuer der „Weinsommer Gumpoldskirchen“ statt: neben kulinarischen Genüssen steht die Musik im Mittelpunkt, es treten u.a. 5/8 in Ehr’n, Ulli Bäer, Wiener Wahnsinn und Skero auf. 11 Konzerte bietet der Weinsommer heuer bei freiem Eintritt am historischen Marktplatz. Kurator Thomas Andreas Beck sieht sich wie „ein mutiger Koch, der immer wieder Neues auf den Tisch bringt.“ Der Vergleich passt, denn in Gumpoldskirchen gehen Kulinarik und das abwechslungsreiche Musikprogramm eine stets spannende Symbiose ein: eröffnet wird die Konzertreihe am 18.8. mit Rotgipfler Brass, gefolgt von der mehrfach mit dem Musikpreis Amadeus prämierten Band 5/8 in Ehr’n am 19.8. (Foto: Ulli Bäer/Schönhofer)
70. Geburtstag: Otto Waalkes
Noch ein Jubiläum: der Komiker Otto Waalkes hat rund um seinen 70. Geburtstag im Heyne-Verlag das Buch "Kleinhirn an alle. Die große Otto Biografie" veröffentlicht. Wer eine Lobhudelei oder Namedropping erwartet, wird hier enttäuscht. Denn Waalkes gelingt es nicht nur amüsant aus seinem Leben zu erzählen, sondern seine Erlebnisse in einen Kontext mit der Zeitgeschichte zu setzen. So erfährt man etwa von Ottos erster Band The Rustlers, die Anfang der 1960er Jahre bestanden hat und ein Mal gar support für Ted Herold war. Man erfährt Viel übers Aufwachsen in armen Verhältnissen im Nachkriegsdeutschland, Otto findet sich als Sohn eines Malermeisters im Gymnasium zwischen Arzt- Anwalts- und Beamtensöhnen wieder und durchbricht sozusagen die gesellschaftliche gläserne Decke. Es ist das Deutschland Adenauers und Willie Brandts, das den Kriegsmief hinter sich lassen möchte. Natürlich berichtet Otto auch über seine erste Platte und über das Entstehen von "Otto - der Film". Und immer wieder schreibt er davon, dass ihm der eigene Erfolg ein wenig unheimlich vorgekommen ist. Ein paar Kalauer dürfen natürlich sein, so schreibt Otto über sein Sternzeichen: "Ich bin Krebs. Zum Hummer hat's nicht gereicht." Interessant: immer wieder plaudert Otto aus dem Nähkästchen des Komikers und erzählt, warum ihn etwa Jerry Lewis und Heinz Erhardt geprägt haben. In diesem Sinne: Kleinhirn an alle: hallo Otto! (jpl)
Michaela Rabitsch & Robert Pawlik: "Gimme the groove" (7/10)
Ciara Sidine: "Unbroken Line" (10/10)
Otto Waalkes: "Kleinhirn an alle. Die große Otto Biografie" (9/10)
Live-Tipps:
Fr 13.07.2018: Leo Taschner. Kohleck Festival @Waldzell (OÖ)
Christian Masser
Fr 13.07., 20.00 Bierwerkstatt, Nestelberg 8, 8262 Ilz
Sa 21.07., 19.00 Herberts Stubn, Aufelderweg 24, Feldkirchen b.Graz
Fr 27.07., 20.30 WUK, Währingerstr.59, 1090 Wien
Do 26.07.2018: Laura Rafetseder, Laura @ Cafe Amadeus / im Rahmen von Changeover mit batom / Nadia Baha
31.07.18: Ripoff Raskolnikov, WUK Platzkonzerte Festival (Wien, WUK)
02.08.18: Harlequin's Glance, WUK Platzkonzerte Festival (Wien, WUK)
Lazy Sunday: jeden 2. Sonntag im Monat: Indonesisches Essen, Galerie Nuu, Exnergasse 15, 1090 Wien, 12-16h
Mo 23.7. - 10.8.2018: WUK Platzkonzerte (u.a. mit Ripoff Raskolnikov, Mary Broadcast, Blinded by Stardust, Programm:
HIER
Sa 04.8.2018: Lassos Mariachis, WUK, Währinger Str. 59, 1090 Wien, 19:30h
Weinsommer Gumpoldskirchen: 18.8. - 26.8.2018: (u.a. mit 5/8 in Ehr'n, Ulli Bäer, Programm:
HIER
Tori Amos am 1.10.2017 in Wien! Mit dem neuen Album "Native Invaders" im Gepäck, das mit viel Hall und sehr atmosphärisch beginnt. Von Anfang an ist klar, dass Amos weiterhin auf die große Geste setzt. Die Sogwirkung ihrer Musik funktioniert sogleich, neben dem obligaten Piano sind dieses Mal auch dezente Elektronik und Gitarren dabei. Amos-typische Moll-Wendungen im Songwriting beeindrucken aber in jedem Gewand und ihre Stimme ist genauso überzeugend wie zu „Little Earthquakes“-Zeiten. Mit Lieder wie „Breakaway“ und dem Eröffnungsstück „Reindeer King“ sind auch die zu erwartenden Balladen vertreten. Einfach schön. Nach dem programmatischen Meisterwerk „Night of Hunters“ aus dem Jahre 2011 gelingt Tori Amos ein beachtlicher Wurf. Live ist sie am 1. Oktober 2017 im Wiener Konzerthaus zu sehen. Hingehen. Pflichttermin. (jpl)
So 01.10.2017: Tori Amos, Konzerthaus, Lothringerstraße 20, 1030 Wien, 20h >> www.konzerthaus.at
Am 11. Mai ist es unter der Überschrift „Und wenn die Welt voll Teufel wär. Martin Luther und der Volksgesang“ zu einem besonderen Abend gekommen: In der Lutherkirche haben sich im Rahmen von wean hean 2017 Cinquecento, Matthias Loibner, David Bergmüller und Chris Pichler mit Martin Luther auseinandergesetzt.
Herausragend war an diesem Abend die imposante Vokalkunst des Ensemble Cinquecento: dessen Mitglieder stammen aus 5 verschiedenen Ländern, die aktuelle CD „Jean Guyot“ des 2004 gegründeten Männerquintetts ist in England erschienen. Namensgeber dafür ist der 1588 verstorbenen Priester, Autor, Lehrer und Komponist Jean Guyot, dessen Werke interpretiert werden. Die CD vermittelt eindrücklich die gesanglichen Qualitäten von Cinquecento, das zu Recht bei Auftritten in halb Europa und in Übersee – von Nordamerika bis Asien – bejubelt wird.
Weltpremiere x 2
Kongenial unterstützt von Matthias Loibner an der Drehleier und von David Bergmüller an diversen Saiteninstrumenten gab man am 11. Mai etwa das Lutherlied „Ein feste Burg ist unser Gott“. Das Highlight das Abends war eine Weltpremiere: Helmut Jasbars Neuvertonung des Psalm 130. Für alle, die diesen Abend versäumt haben: Am 28. Mai 2017 wird in der Lutherkirche (Dorotheergasse 18, 1010 Wien, 19:30h) ein Oratorium Jasbars uraufgeführt: „Am Rande des Himmels.“ (jpl)
Julia Schreitl (Saxophon, Klarinetten, Gesang) und Judith Reiter (Bratsche, Gesang) sind JuJu. Mit diesem Namen beziehen sich die beiden auf westafrikanische Magie, die im Falle ihrer Musik positiv eingesetzt wird. Auf der nun vorliegenden CD haben die beiden vieles versammelt: Jazziges, Klassisches sowie Weltmusikeinflüsse - vom Balkan bis nach Lateinamerika. Zudem gibt es Texte in englischer wie in deutscher Sprache. Alles wird mit enormer Spielfreude vorgetragen und besticht durch einen wunderbaren Sound. Wie JuJu dies live umsetzen und ob dabei magische Momente entstehen, kann man am 11. Februar 2012 im Wiener Porgy & Bess im Rahmen der CD-Präsentation beobachten. Ebenfalls live an diesem Abend: Dana Tupinamba. (jpl)
JuJu: "Short Stories" (Preiser, 8/10)
CD-Präsentation: Sa 11. Februar 2012, Porgy & Bess, Riemergasse 11, 1010 Wien
Der Gitarrist Chris Janka mit seinem neuen Popprojekt: Für den Bandnamen durften Freunde und Fans einst Vorschläge einbringen. Janka hat mit der vierköpfigen Band monatelang geprobt, um die komplexen Songstrukturen und schwer zu spielenden Stücke zu erarbeiten und in Fleisch und Blut übergehen zu lassen. Das ist auf dem nun vorliegenden Tonträger "Am And What" (none-records.fuckorg) vollends gelungen, das Ergebnis könnte man Indie-Art-Pop nennen. Es ist ein in sich geschlossenes Werk, bis oben gefüllt mit guten Ideen. Trotzdem man beim Hören durchaus merkt, wie schwer das Zeug zu spielen ist, hat "Am And What" trotzdem eine gewisse Leichtigkeit, die sich in Stücken wie "Tic Tac" manifestiert. Schön: "Am And What" gibt es als schweres Vinyl in aufklappbarer Verpackung und als CD - in beiden Fällen mit tollem Artwork. Sängerin Lisa Kortschak gibt live das Energiebündel, das ist auf dem Tonträger zu erahnen. Unterstützung hat sich Janka von alten Weggefährten geholt, so ist der Schlagzeuger Rudi Fischerlehner (Ex-Blendwerk) bei drei Tracks dabei, die Gitarristen Emanuel Preuschl und Daniel Pabst - der vor kurzem seine tolle erste Singer-Songwriter-Scheibe mit offenen Songstrukturen unter dem Projektnamen "Pabst" veröffentlicht hat - sind auch dabei, gemeinsam werkt man im Kollektiv Trafo. Womit sich in diesem blog ein Kreis zur allerersten Review schliesst. Am 2. Februar 2012 gibt es den erst dritten öffentlichen Auftritt der Band im Wiener Chelsea. Hingehen!
Der Pianist David Hellbock & CIA im Porgy
Das kann man auch für diese beiden Abende im Porgy & Bess nur empfehlen: David Hellbock & Simon Frick bestreiten am 3. und 4. Februar das Programm als Duo und als Teil des in Vorarlberg gegründeten Kollektiv "The CIA Seven Deadly Sins Ensemble". Hellbock gilt als einer der innovativsten Pianisten des Landes. Im Duo mit dem Violinisten Simon Frick war er schon auf Tour in Südamerika und wurde von der Kritik abgefeiert - zu Recht, davon kann man sich im Porgy & Bess live überzeugen! (jpl, mpi)
Do 2.2.2012, Chelsea (Wien): Tankris, support: Rosensprung: 21h
Fr 3.2. & Sa 4.2.2012, Porgy & Bess, Riemergasse 11, 1010 Wien, Tel.: 01/512 88 11: David Hellbock & Simon Frick, The CIA Seven Deadly Sins Ensemble, jew. 20:30h
Wer bei der energiegeladenen CD-Präsentation im Theater am Spittelberg dabei war, hatte die Chance ein Exemplar von "Jodulator" zu gewinnen - die Bedingung: Sich als Jodulator zu verkleiden. Der Jodulator 3000 ist ein Ausblick in die Zukunft, der besagt: "Auch in tausenden Jahren gibt es Jodeln." Was nichts anderes bedeutet als: The music survives. Beständigkeit in der Qualität hat das Wirken von Hotel Palindrone, davon können sich Fans seit immerhin rund 15 Jahren und mittlerweile vier CDs überzeugen. Die Band - auch mit dem österreichischen Worldmusic-Preis ausgezeichnet - verwöhnt wieder mit Worldmusik, gespeist aus diversen europäischen Traditionen. So manches Lied ist auf den Tourneen der Gruppe durch halb Europa entstanden, auch in Übersee gab es bereits Konzerte (Malaysia, Mexiko). Die selbst verpasste musikalische Frischzellenkur mittels Beatboxing und dezent eingesetzter Elektronik fügt sich gut in das Gesamtklangbild ein, somit kann man angesichts des Jodulators sagen: Willkommen im 21. Jahrhundert! Und: Es geht weiter... mit Hotel Palindrone im Ohr darf man sich auf die nächsten tausend Jahre freuen. (mhl)
Der deutsche Schauspieler Mario Adorf liest auf dieser Hör-CD Texte von Bohumil Hrabal, dem vielleicht wichtigsten tschechischen Autor, dessen Humor zeitlos gültig ist. Hrabal wurde in Brünn geboren, wuchs aber in dem Dorf Nymburk an der Elbe auf, dort spielen auch die Geschichten auf dieser CD, die aus der Romantrilogie "Das Städtchen am Wasser: Die Schnur", "Schöntrauer", "Harlekins Millionen" stammen. Hrabals zeigt humorvoll das kleine Welttheater einer tschechischen Provinzstadt. Etwa in einer Passage aus der Geschichte "Die Meerjungfrau", in der der Schulleiter verlangt, die Schüler sollten über ihre Berufswünsche schreiben. Zumindest Präsident sollten sie werden wollen. Der jugendliche Ich-Erzähler schreibt aber, dass er lieber arbeitslos werden wolle, denn: "Ein Arbeitsloser geht genauso ungern in die Arbeit, wie ich in die Schule gehe." Adorf liest Hrabals Texte gekonnt, ohne im Ausdruck zu übertreiben - man ist ihm dankbar dafür und kann mit dieser CD den schlicht besten tschechischen Autor der Gegenwart wieder entdecken, dem auch das großartige Buch "Ich habe den englischen König bedient" zu verdanken ist. (jpl)
Mario Adorf liest Bohumil Hrabal: "Schöntrauer" (hörkunst kunstmann, 10/10)
Annette Humpe kennt man in Österreich noch von ganz früher: DÖF hiess die Band einst, bei der sie gemeinsam mit ihrer Schwester agierte und an Hits wie "Codo" teil hatte. Inzwischen macht die Dame auch bei Ich+Ich Musik und nun auch gemeinsam mit Max Raabe, denn: Es begab sich, dass Frau Humpe die Zeile "Küssen kann man nicht alleine" einfiel. Da sie befand, diese Zeile würde zu Max Raabe passen, beschloss man miteinander an Liedern zu arbeiten, der dritte im Bunde war Christoph Israel. Innerhalb eines halben Jahres (März bis Oktober 2010) entstanden, liegen diese nun auf CD vor und man kann sofort befinden: A. Humpe ist ganz richtig gelegen, nicht nur das Titelstück passt zu Raabe, alle Lieder sind ihm gleichsam auf den Leib geschrieben. Die zwölf Stücke verfügen - wie immer bei Raabe - über nostalgischen Charme, haben aber - und das ist neu - keine Patina angesetzt, sondern wirken frisch und völlig staubfrei. Insofern kann man sich nur wünschen, dass die hier geschehene Zusammenarbeit fort gesetzt werden wird. Max Raabe dürfte es gefallen haben, in den Linernotes schreibt er: "Danke an Annette für den besten Sommer meines Lebens". (jpl)
Widerständische Musik, die Spaß macht und die Beine bewegt, bündelt »Revolution Disco« (Trikont/Lotus): Vom ehemaligen Ostblock bis West-Europa ― überall bringen Bands wie Che Sudaka (E) oder die Reggaeband Vavamuffin (PL) politische Botschaften auf einen tanzbaren und somit leicht zu transportierenden Nenner ― wer spätestens bei Zdob so Zdubs »Stop Mafia« nicht zumindest mit dem Fuß wippt, sollte zu anderem greifen: »Yoga« (Putumayo/Hoanzl) könnte für kontemplative Momente das Richtige sein ― schon in den Veden werden heilige Gesänge angeführt und die Verbindung zwischen Spiritualität und Musik ist inhärent und wird hier auf zeitgemäße Weise (Susheela Raman, Shantala) demonstriert. Om! Ebenfalls auf der ruhigen Seite des Lebens: Der Sampler »Acoustic Dreamland« (Putumayo Kids/Hoanzl) wird von Lucy Kaplansky (»Dreamland«), die man schon vom Putumayo-Sampler »American Folk« kennt, eröffnet und versammelt klassische und neue Schlaflieder. Mit liebevoll gestaltetem Booklet, ideal für die gute Nacht der Kids! Luísa Maita legt mit »Lero-Lero« (Cumbancha/Hoanzl) ihr wunderbares Solo-Debüt vor: Mit zarter, klarer Stimme singt Mata vom Leben am Stadtrand bzw. in den Ghettos und vermischt geschickt brasilianische Rhythmen, von Samba und Baiao aus dem Nordosten bis Capoeira-Beats ― das Titelstück etwa erzählt von zwei Freunden, die einander auch in schwierigen Zeiten unterstützen. In schwierigen Zeiten sorgt auch Tanzbares für gute Laune, etwa mit diesen beiden abschließend zu empfehlenden Releases: »Rumba, Mambo, Chachacha« und »Bossa Nova«. (Putumayo/Hoanzl). (jpl)
Reggae aus Österreich mutet auf den ersten Blick etwas seltsam an. Das klingt so wie Ski fahren auf Kiritimati, obwohl es sich um die Weihnachtsinsel handelt: Schnee wird man hier keinen finden. Aber solange die Musik so gut gemacht ist wie auf diesem Erstling, darf es von mir aus auch Obertongesang aus Obervolta – oder Burkina Faso wie es politisch korrekt heißt – sein. (gibt es übrigens noch nicht.) Mit Barefoot Basement ist hier eine gestandene Musikerriege in Fußballmannschaftsgröße tätig. Eingespielt wurde das Album live in Wiesen, und der Spaß, der dabei geherrscht haben dürfte, ist spürbar: So ist dem Roots-Reggae mit Ska-Ansätzen auch mal eine Zirkusmelodie untergemischt. Schade, dass nur einmal gesungen wird, das ist noch ausbaufähig. Fazit: Gut gemacht! (mhl)