07 Mai, 2020

Hot News 05/2020

Sergio Mendes legt mit "In the key of joy" ein Gute-Laune-Album vor, dass gerade in Krisenzeiten HörerInnen ansprechen könnte: Mendes liefert eine pumpende, tanzbare hochenergetische Latino-Mischung, die in die Beine fährt und eine Reise durch Lateinamerika ein wenig ersetzen könnte.


Jetzt zu etwas ganz Anderem, würden Monty Pythons sagen: der geradelinige Deutsch-Pop-Song "Ein Wort" von Emma Mo, als Vorgeschmack auf ein im Herbst erscheinendes Album:

Live-EP: Urban Desert Cabaret

Neues aus der kalifornischen Wüste: Urban Desert Cabaret, das Musikprojekt von Joe "City" Garcia ruft sich hier mittels einer 5-Song-EP wieder in Erinnerung. Das Ungewöhnliche: es ist eine Live-Aufnahme. Daher ist auch die Interaktion mit dem Publikum zu vernehmen. Die Lieder im Desert-Country-Folk-Stil bestechen - wie immer bei Urban Desert Cabaret - durch gediegenes Songwriting, zu zwei Liedern ("Beware the Ember", "Vienna Vampire Waltz") hat sich Garcia einst auf Tour in Wien inspirieren lassen. Der tolle neue Song "In the hour" sticht heraus. Wie Joe war sein Mitmusiker Gar Robertson dank Vermittlung von Son Of The Velvet Rat auch schon mal in Österreich auf Tour - wenn Garcia es wieder aus dem Trumpland heraus schafft, werden wir darüber informieren. Umgekehrt: wenn Sie mal nach Joshua Tree kommen, gehen sie ins Furstwurld, trinken Sie einen über den Durst und hören Sie Joe Garcia zu - und seinem jubelndem Publikum! Album des Monats!

Ein Tipp für Quarantäne-Zeiten: das Buch "Kendama!" von Lukas J. Beck berichtet über das japanische Geschicklichkeitsspiel Kendama und bildet rund 40 Tricks ab. Außerdem erzählt das Buch die Geschichte hinter Kendama, die in Frankreich beginnt. Auch in Lateinamerika und bei den Inuit gab und gibt es ähnliche Geräte. Wer sich über Kendama informieren will, geht auf die von Beck initiierte Website: www.kendama-austria.at


Ende Mai erscheint "Gloryland", das Debüt-Album von Douglas Linton & the Plan Bs, hier ist das Video zur aktuellen Single:


Und: nach Nobelpreisträger Dylan haben endlich (!) auch die Rolling Stones einen neuen Song veröffentlicht, das Video ist durch Corona geprägt. Gefilmt wurde in leeren Städten rund um die Welt, von London und New York City bis Osaka und Oslo. In einem Kommentar dazu schreibt jemand, Zitat: "Keith Richards: Covid 19? I smoked that in the seventies." *lol*

Ein neues Projekt von Thomas Andreas Beck heißt "kosteeswaseswolle", dazu gibt es diese Website: kosteeswaseswolle.at
(jm)

Lukas J. Beck: "Kendama!" (9/10)
Sergio Mendes
legt mit "In the key of joy" (8/10)
Urban Desert Cabaret: "Live @ FURSTWURLD" (9/10)

Live:
Leonard Cohen Tribute (tbc)
30.10.2020: Douglas Linton & the Plan Bs, Sargfabrik, Wien

15 April, 2020

Digitales Kunstprojekt von Thomas Andreas Beck: www.kosteeswaseswolle.at

Aus der Corona-Isolation meldet sich Thomas Andreas Beck mit einem neuen Projekt: kosteeswaseswolle.at

„Koste es, was es wolle“, sagt Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) im Jahr 2012 in Bezug auf die Rettung des Euro. Die EZB kauft in der Folge Anleihen für viele Milliarden Euro an und pumpt auf diese Weise Geld in das Wirtschafts- und Finanzsystem.

„Koste es, was es wolle“, sagt der österreichische Finanzminister Blümel im Zuge der Corona-Krise im Jahr 2020, um mit 38 Milliarden Euro an Steuergeldern Arbeitsplätze zu retten.

„Koste es, was es wolle“, sagt der Autor und Musiker Thomas Andreas Beck und startet in der Corona-Isolation ein digitales Kunstprojekt: wie auf einem Teleprompter laufen aphoristische Texte zur Lage auf der Website kosteeswaseswolle.at durch.
Eben ist Becks aktuelles Buch „Texte die was keine Lieder geworden sind“ erschienen, online gehen auf der Website Texte aus einem bereits geplanten nächsten Buch. Zudem schreibt Beck täglich neue Texte, ein Zufallsgenerator mischt den Ablauf der Absätze stets neu durch. „Es ist work in progress“, sagt Thomas Andreas Beck und schreibt weiter gegen die Isolation an, für die Lebensfreude und gegen die Angstmacher. Koste es, was es wolle! (jpl)

>> http://www.kosteeswaseswolle.at

09 Februar, 2020

Hot News 02/2020

Auf „Tribal Instincts“ zeigen The Base aus Graz wieder ihr großartiges Können: nach dem letzten Album, das ein wenig Disco-Anklänge hatte, regiert bei den neuen Songs das klassische Rockfeeling. Mehr als gute Riffs und die einprägsame Stimme von Sänger Norbert sind nicht nötig, um vollauf zu überzeugen. Manche der Songs brettern dahin, andere machen den Fuß mitwippen oder verweisen in Richtung Rockballade. The Base haben seit Jahren ihre eigene musikalische Sprache gefunden und feilen konsequent daran. Live ist diese Wucht und Pracht am 13.2. im Chelsea zu bewundern. Hingehen, es wird das Album des Monats präsentiert!

Ds neue Video von dog & schwoaz, live: 20.2. Verein 08:

Ebenfalls aus der Steiermark stammt der Gitarrist Hermann Posch, seine Baustelle heißt aber Blues. Für sein aktuelles Album „So many roads“ hat er mit dem US-Blueser Zach Prather einen kongenialen Musikpartner gefunden, und so gibt man eigene Songs, stets der Tradition eingedenk. Wissend, dass sich Traditionen auch weiter entwickeln können, ja müssen. Gut gemacht, demnächst live auch in Ihrer Nähe.

Die Rewolfinger haben mit „Family Noir“ ein neues Album am Start: seit mehr als 15 Jahren pumpt die Band ihre Version von Americana in die Welt, auf dem neuen Album experimenteller als je zuvor. Das tut dem Spaß aber keinen Abbruch, ein paar traditionals verwurstet man ebenfalls und sogar eine singende Säge ist dabei. Die habe er sehr günstig am Flohmarkt gefunden, sagt Gitarrist und Akkordeonist Herbert Zgubic. Starkes Album!

Den Steiermark-Schwerpunkt in diesem Monat komplettiert die Sängerin und Pianistin Babsea, die zum Teil in Wien und zum Teil in Edelschrott wohnt. Bei einem Auftritt in der Arena Bar (Reihe → frauen:musik) hat sie mit toller Stimme und einfühlsamer Pianobearbeitung Lieder aus ihrer EP „All in one“ vorgetragen und das Publikum sofort für sich eingenommen – ein Talent, das man im Auge behalten sollte. Demnächst live im Le Meridien in Wien.
Wie The Base beginnt auch der Gitarrist Andreas Arnold sein Album „Odisea“ mit Vogelgezwitscher. Arnold hat acht der neun Stücke komponiert und arrangiert, unterstützt von Bass, Percussion und auch mal Gesang bewegen sich die Stücke zwischen Jazz und Weltmusik und tragen so schöne Namen wie „Tangos Arabe“, „Solea X H20“ oder „Alas al alma“. Ein Album für verträumte Spätwinter-Nachmittage am Ofen.


Hier noch ein Video von HHanoi, live am 20.2. im 7stern (Wien):

Und ein neues Video von Bobby Conn, über das demnächst erscheinende Album werden wir berichten:

Endlich: Ende Februar (22.2.-22.3.2020) beginnt alljährlich das Akkordeonfestival in Wien, das Programm ist wie immer hochkarätig, auch heimische Größen wie Klaus Paier, Dobrek und natürlich Otto Lechner bekommen hier ihre Bühne. Eröffnung am 22. Februar mit Arnotto Extended im Loreley Saal. (jpl)

Andreas Arnold: „Odisea“ (7/10)
Babsea: „All in one“ (7/10)
The Base: „Tribal Instincts“ (10/10)
Hermann Posch & Zach Prather: „So many roads“ (8/10)
Rewolfinger: „Family Noir“ (8/10)

Live:

Do 13.2.2020: The Base, Chelsea, Gürtelbogen 38, 1080 Wien, 20:30h
Do 13.2.2020: Berlin / Zimmer 16: Martin Klein
Sa 15.2.2020: Little Stage/Ramperstorffergasse 66, 1050 Wien, 20h: Harlequins Glance
So 16.2.2020: Babsea, Le Meridien, Wien, 17h
Do 20.2.2020: Herald K, dog & schwoaz, Verein 08, Piaristengasse, 1080 Wien, 20h
Do 20.2.2020: Hhanoi, 7Stern, 1070 Wien, 20h
Sa 22.2. - 22.3.2020: Akkordeonfestival, Wien, verschiedene Spielstätten, Programm siehe: www.akkordeonfestival.at
Di 3.3.2020: Buchpräsentation: Thomas Andreas Beck: „Texte die was keine Lieder geworden sind“, phil, Gumpendorfer Str. 10-12, 1060 Wien, 20h, www.thomasandreasbeck.at
Fr 6.3.2020: frauen:musik, Arena Bar, Margaretenstr. 117, 1050 Wien, 19:30h
Do 5.3.2020: Georg Bauerfeind, 19:30h, Theater am Alsergrund, Theater am Alsergrund
Fr 20.3.2020: Lesung & Buchpräsentation Thomas Andreas Beck: Wohnzimmer, Neusiedlerstraße 1, 7000 Eisenstadt, 19h
Do: 26.3.2020: Wien / Chelsea: Martin Klein

08 Januar, 2020

Lyrisch-emotionales 'Sachbuch' von Thomas Andreas Beck

„Texte die was keine Lieder geworden sind. 20 Regeln zum Glück“, das neue Buch von Thomas Andreas Beck ist ein emotionaler Ratgeber der anderen Art. Wie die Dichter der Antike, die auch Sänger waren, deckt Beck in seinem kreativen Schaffen Text und Musik gleichwertig ab – manche Texte werden nicht vertont und finden sich in diesem Buch wieder, andere werden zu Liedern und landen auf CDs und Streaming-Plattformen. Im Jahr 2017 schafft es das Lied „Heim“, das den Wiener Heimskandal thematisiert, in die Top 10 der Liederbestenliste.

Aktuelle Brennpunkt-Themen

In seinen Texten arbeitet sich Beck an schwer verdaulichen Brennpunkt-Themen wie Kindesmissbrauch, Nationalsozialismus und Rassismus ab. Mit zum Teil drastischen Bildern („Meine ganze Liebe prügle ich euch für mich / wieder aus euch heraus“) legt er den Finger in die Wunde und streut Salz hinein. Frei nach Hubert von Goiserns „Brenna tuats guat“ - denn der zunächst brennende Schmerz bedeutet in weiterer Folge Desinfektion oder eben Heilung. Harlekin Beck darf alles sagen und hält der Spaßgesellschaft, die sich von Werbung einlullen lässt, unaufhörlich den Spiegel vor. Thomas Andreas Beck zeigt das Wiedererstarken von rechts-nationalen Tendenzen in Gesellschaft und Politik auf: „Es ist ein Buch über den Alltag in Reihenhaussiedlungen, über den gefährlichen Populismus der Gegenwart und die heilende Kraft der Freundschaft und Selbstermächtigung“, so Beck.

Schrei zum Himmel

„Texte die was keine Lieder geworden sind. 20 Regeln zum Glück“ ist sein drittes Buch. „ich lebe sterbe“ (2003) wurde vom Bundeskanzleramt als schönstes Buch des Jahres ausgezeichnet – Gestalter Clemens Schedler hat auch dieses Mal für die Gestaltung gesorgt. Wie schreibt Zen-Meisterin Anna Gamma im Klappentext des Buches? „Der Schrei zum Himmel ist fast unerträglich laut“. Richtig. (jm)

Thomas Andreas Beck: „Texte die was keine Lieder geworden sind. 20 Regeln zum Glück“ (Goldegg Verlag: Wien/Berlin: 2020, 80 Seiten), 16,95 Euro, ISBN 9783990601617

Buchpräsentation: Di 3.3.2020, phil, Gumpendorfer Str. 10-12, 1060 Wien, 19:30h, Eintritt frei

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>> www.thomasandreasbeck.at